Günter Emmerich
Gründungsmitglied
Anfang 2019 führte ich eine kleine Besuchergruppe durch das Kolonie-Museum.
Als ich im Keller des Museums den Luftschutzkeller erklärte,
erzählte mir eine ältere Frau folgende Geschichte:
"Ihre Mutter –hochschwanger- war im Kriegsjahr 1944 in der Kolonie Anna auf dem Weg zum Wöchnerinnenheim, um dort ihr Kind zur Welt zu bringen.
In der Nähe des Erholungshauses gab es plötzlich Fliegeralarm.
Sie musste sich entscheiden: „Gehe ich weiter zum Wöchnerinnenheim
oder zum nahegelegenen Bunker auf dem Kaiserplatz?“
Sie entschied sich für den Bunker.
In diesem Bunker kam ich am 26. Oktober 1944 auf die Welt.
Zur gleichen Zeit traf eine Bombe das Wöchnerinnenheim und zerstörte es.
Ich hatte einen sehr guten Schutzengel."
Diese Begebenheit hat mich seinerzeit sehr beeindruckt.
Ich erzähle sie öfter bei meinen Führungen,
weil sie die Situation der Koloniebewohner in den Kriegsjahren
sehr eindrucksvoll wiedergibt.
Günter Emmerich
Gründungsmitglied
Rote Räder
Mein Bayer Fahrrad mit der Nummer 3060 mit der gelben Stange benutzte ich nicht nur bei der Arbeit, sondern bin damit auch die 3,5 km nach Hause gefahren Mein Vorarbeiter Charly hatte ein Fahrrad Nr. 1189 mit einer roten Stange. Das ärgerte ihn, denn damit durfte man das Werk nicht verlassen.
Wir hatten mal wieder Sonderschicht am Wochenende. Siehe da, Charly meldete sich freiwillig zum Dienst. Als wir am Montag nach der Dienstbesprechung zur Arbeitsstelle fuhren, bemerkte ich die gelbe Stange an seinem Fahrrad. Er hatte sich gelbe Farbe gekauft und bei der Sonderschicht am Wochenende seine Fahrradstange gelb angestrichen.
Ob das die Fahrradwerkstatt bei einer Reparatur bemerkt hätte?
Karl Heinz Hegner
Gründungsmitglied
Bei der Vorbereitung zu einer öffentlichen Veranstaltung kam die Idee auf, alle Besucher sollten einmal ihre persönliche Meinung zu dem Museum ausdrücken.
Gesagt-getan. Er wurde vom Besprechungsraum bis in die Kaffeeecke diagonal eine Wäscheleine gespannt Dazu Wäscheklammern und Karteikarten.
Diese Idee kam gut an. Am nächsten Tag war die Wäscheleine mit ausgefüllten Karteikarten voll belegt.
Die Aussagen gingen von „schön“, über wunderschön“, „wie früher bei meiner Oma“, bis zu „herrliche Reise in die Vergangenheit“.
Ein Besucher hatte die Sache wohl falsch verstanden. Er schrieb auf seine Karte: „Wunderschön eingerichtet, jedoch etwas altmodisch.“
Elke Kersten,
Mitbegründerin und
Jahrelang Vorsitzende des Vereins.
Der Anfang
Um die Jahrhundertwende verkaufte die Bayer AG ihre 12.000 Werkswohnungen an ein Unternehmen im Ruhrgebiet, das Vivawest heißt.
So lernte ich das Ruhrgebiet und einige der dortigen Bergarbeiter – Siedlungen kennen. Anlässlich eines Sommerfestes in Lünen besuchte ich das Bergarbeiter – Wohnmuseum und war spontan begeistert.
Dieses Siedlungs – Gebäude und seine detailgetreue Einrichtung hat mir das Alltagsleben der Bergleute im Pott nähergebracht als jede Erzählung.
So keimte die Idee: so etwas könnte auch Leverkusen, dieser jungen Stadt guttun.
Zuerst Mitarbeiter, uns betreuende Handwerker, dann die Presse und als nächstes viele Mitbürger fühlten sich angesprochen!
Auf allen Ebenen erreichten uns Beiträge!
ES KONNTE LOSGEHEN!
Die zwei alten Kolonie – Wohnungen gegenüber dem Erholungshaus wurden - soweit nötig – entkernt, „zurückgebaut“ und dann mit Einrichtungsgegenständen aus den Anfangsjahren von Bayer in Wiesdorf eingerichtet. Gesammeltes, Geschichten und sonstige Infos wurden zusammengestellt.
Anlässlich der LAGA, dem 75 – jährigen Bestehen der Stadt, fand die Eröffnung statt. Es war ein großer Erfolg und der ursprüngliche Gedanke, das Museum nach der LAGA wieder einzustampfen wurde schnell ad Acta gelegt.
Inzwischen sind 20 Jahre vergangen.